Es hat sich herumgesprochen ...

Der Gruppenleiterwechsel in unserer Blaukreuzgruppe nach 19 Jahren war sogar dem Burgdorfer Marktspiegel ein großer Bericht auf der ersten Seite mit Fortsetzung im Innenteil wert. Nachfolgend die Zeitungsausschnitte:

 Bericht Marktspiegel Seite 1
Bericht Marktspiegel Seite 5


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Unser neuer Gruppenleiter ab 2018

Interview mit Matthias Oppermann, ab Januar 2018 Gruppenleiter der Blaukreuzgruppe Burgdorf (Idee & Ausarbeitung: Ilona Alice Bühring)

Matthi, Du lebst schon eine Weile abstinent. Es gibt bekanntermaßen verschiedene Wege aus der Sucht. Wie sah das bei Dir aus?
Matthi: Nach meiner damaligen ersten Entgiftung in einer Fachklinik habe ich gemerkt, dass ich in Bezug auf den Alkohol etwas in meinem Leben verändern muss. Allerdings war ich da noch nicht so weit, mir einzugestehen, dass sich bei mir eine Alkoholabhängigkeit entwickelt hat. Ich war alles – aber kein Alkoholiker! Ich war einfach noch nicht bereit, gänzlich auf den Konsum von Alkohol zu verzichten. Also hatte ich beschlossen, ab sofort »kontrolliert« zu trinken. Ich war der Meinung, dass ICH entscheide, wann, wo, was und vor allem wie viel ich trinke. Aber das war ein Irrglaube. Die Sucht hatte mich schon fest im Griff und nach kurzer Zeit war ich wieder bei meiner üblichen Trinkmenge – und sogar darüber hinaus. Mit Hilfe einiger Personen aus meinem engen Umfeld habe ich dann aber »die Kurve bekommen« und für mich beschlossen, dass mein Leben so nicht weitergehen kann. Ich wollte nicht länger trinken (müssen).

In wiefern hat Dir die Blaukreuzgruppe in Burgdorf dabei geholfen?
Matthi: Zunächst muss ganz klar gesagt werden, dass der regelmäßige Besuch einer Selbsthilfegruppe (SHG) unglaublich wichtig ist. Gerade am Anfang, wenn man beschlossen hat, dass sich etwas ändern muss, hat man ganz unterschiedliche Gedanken und Emotionen. Man schämt sich, fühlt sich als „Versager“, der zum Alkoholiker geworden ist. Man weiß oft gar nicht, wie ein Leben ohne Alkohol funktionieren soll. Unsicherheit und Ängste bestimmen das Denken und Handeln. Das ist völlig normal – immerhin soll so etwas wie ein neuer Lebensabschnitt anbrechen. Nur in einer SHG findet man Menschen, die das nachempfinden können – weil sie es selbst erlebt haben. Die Burgdorfer Gruppe hat mir vom ersten Tag an das Gefühl gegeben, dass ich mich auf dem richtigen Weg befinde. Dass ich es tatsächlich schaffen kann, vom Alkohol loszukommen. Ich hatte neben den beschriebenen Ängsten auch ganz viele Fragen. Die Leute in der Gruppe haben mir damals mit ihren Tipps, aber auch mit ihren Erzählungen aus ihrer persönlichen Vergangenheit unglaublich viel Mut und Hoffnung gegeben.

Ab Januar bist Du der neue Gruppenleiter. Was war für Dich ausschlaggebend, in der Gruppe aktiv mitzuarbeiten?
Matthi: Wie schon gesagt, hat mir die Blaukreuzgruppe damals sehr viel gegeben und mir geholfen, ein abstinentes Leben zu führen. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich möchte –  gemeinsam mit den anderen Gruppenmitgliedern – versuchen, mein Wissen und meine Erfahrungen  weiterzugeben und Menschen, die ebenfalls ein Leben ohne Alkohol führen möchten, dabei unterstützen. Außerdem möchte ich versuchen, die hervorragende Arbeit, die mein Vorgänger Gerhard Fauck in fast zwei Jahrzehnten für das Blaue Kreuz und unsere Gruppe geleistet hat, fortzusetzen. Für dieses großartige Engagement sind wir ihm alle sehr dankbar.  

Was erwartet die Besucher, die in die Blaukreuzgruppe in Burgdorf kommen?
Matthi: Wir treffen uns jeden Freitag (auch an Feiertagen) ab 19:30 Uhr in den Räumlichkeiten der Landeskirchlichen Gemeinschaft. Um 20:00 Uhr beginnt die eigentliche Gruppenstunde. Die Teilnehmerzahl liegt bei etwa 10 bis 20 Personen im Alter von 40 bis 75 Jahren. Wir sind eine aufgeschlossene Gruppe, die Besucher und Neuankömmlinge mit offenen Armen aufnimmt. Und auch wenn wir als SHG gewisse Themen mit der nötigen Ernsthaftigkeit behandeln, kommt der Spaß nicht zu kurz. Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr bei uns reinschaut – und sei es am Anfang auch nur, um »reinzuschnuppern«. Jeder ist bei uns herzlich willkommen.  
   
Gibt es etwas, das Du Angehörigen und Betroffenen mit auf den Weg geben möchtest?
Matthi:  Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass der Weg aus der Sucht oft sehr lang und steinig ist. Auch Rückschläge gehören leider dazu. Es ist aber nie zu spät, sein Leben zu ändern. Lasst euch nicht entmutigen und macht euch auf den Weg in ein suchtfreies Leben. Es lohnt sich.

Lieber Matthi, herzlichen Dank für das Interview. Am Sonntag, 18. Februar 2018 wird sich die Burgdorfer Blaukreuzgruppe bei der Gemeinschaftsstunde vorstellen. Dabei wird unser langjähriger Gruppenleiter Gerhard Fauck verabschiedet und Matthias Oppermann offiziell als neuer Gruppenleiter bestätigt (IAB).


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Zeitenwende

Diese Nachricht schlug ein wie eine Bombe: „Zum Jahresende 2017 möchte ich die Gruppenleitung der Blaukreuzgruppe in Burgdorf abgeben.“ Danach herrschte zunächst einmal Funkstille in der Runde. Gerhard Fauck hat unsere Gruppe mehr als 19 Jahre geleitet. Seiner beständigen Art und seinem Einsatz haben wir alle sehr viel zu verdanken.

Gerhard hat die Jahre über enorm viele Aufgaben übernommen, ohne davon viel Aufheben zu machen. Dies wurde uns eigentlich erst richtig bewusst, als wir uns gemeinsam überlegten, wie es weitergehen sollte. Aber Gerhard hat auch hier gute Vorarbeit geleistet – eine Liste mit (erschreckend vielen) Aufgaben, die auf den Nachfolger zukommen, sollte uns gute Dienste erweisen.

Fakt war und ist, dass aus unseren Reihen niemand alleine alle Aufgaben erledigen kann, die Gerhard als Ruheständler übernommen hat. Da wir fast alle berufstätig sind, ist das kaum zu schaffen. Schnell kamen wir überein,  im Mitarbeiterkreis feste Aufgaben zu vergeben. Zum Glück sind wir hier recht gut aufgestellt. Matthias Oppermann (Matthi) aus Hänigsen übernimmt ab Januar 2018 die Gruppenleitung.

Im Jahr 2017 hatten wir bereits Gelegenheit, uns auf die neue Situation einzustellen. Gerhard war zwar noch für uns da, hatte sich aber bereits weitgehend aus dem aktiven »Gruppenleitergeschäft« zurückgezogen.

Mir persönlich fehlte bereits in den letzten Monaten ein bisschen der »Fels in der Brandung« in Form von Gerhards routinierter Präsenz, aber es war auch spürbar, dass wir mit Matthi als Nachfolger eine gute Wahl getroffen haben. Am Sonntag, 18. Februar 2018 werden wir Gerhard in einem feierlichen Gottesdienst verabschieden und Matthias Oppermann als neuen Gruppenleiter bestätigen. (IAB)


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