Herzlich Willkommen!

Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt ...

Schön, dass Du uns, beziehungsweise unsere Seite gefunden hast! Ganz gleich, ob Du nach einer Selbsthilfegruppe für Suchtkranke oder einfach nur nach Informationen zum Thema Sucht gesucht hast, bei uns bist Du an der richtigen Stelle gelandet. Wundere Dich bitte nicht, dass wir uns duzen und mit Vornamen ansprechen, aber das ist in unserer Selbsthilfegruppe selbstverständlich – auch aus dem Grund, neuen Freunden den Start in der Gruppe zu erleichtern.

Wer wir sind ...

Wir sind eine bunt gemischte Gruppe aus Betroffenen, Angehörigen und Interessierten. Du brauchst also keine Bedenken oder Angst zu haben – bei uns triffst Du auf Gleichgesinnte, die vermutlich ähnliche Erfahrungen gemacht haben wie Du. Es gibt keinen Grund, sich zu schämen, wenn Du oder auch ein Angehörige/r von Dir ein Suchtproblem hat. Jeder von uns weiß, wie es sich anfühlt und jeder von uns stand einmal am Anfang. Übrigens, bei uns sind verschiedene Altersgruppen vertreten, vom jungen Erwachsenen bis zum Senior. Wenn Du möchtest, kannst Du unter der Rubrik »Einblicke« lesen, wie ein Gruppenabend bei uns abläuft.

Einfach unverbindlich reinschauen ...

Wir würden uns sehr freuen, wenn Du am Freitagabend bei uns reinschaust. Wir treffen uns JEDEN Freitag um 19.30 Uhr, also auch, wenn er auf einen Feiertag fällt. Keine Bange, bei uns wird Dir nichts übergestülpt und wenn Du einfach nur zuhören möchtest, dann ist das auch in Ordnung. Anzumerken ist, dass von den Gruppengesprächen nichts nach »draußen« getragen wird – auch wer sich bei uns trifft, hat keinen Außenstehenden zu interessieren. Das sind auch schon die wichtigsten Gruppenregeln, die es zu beachten gilt (mehr dazu ebenfalls in der Rubrik »Einblicke«).
Alles Weitere können wir vorab telefonisch klären oder wir sprechen darüber, wenn Du bei uns bist. Wir freuen uns auf Deinen Besuch.

Bis nächsten Freitag,
Deine Blau-Kreuzgruppe aus Burgdorf

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Der Gedanke an die Vergänglichkeit aller irdischen Dinge ist ein Quell unendlichen Leids –und ein Quell unendlichen Trostes. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Doris Bujarek

*10. August 1947 – † 23. Mai 2019

Als unsere Freundin Doris im April dieses Jahres unsere Gruppe besuchte, hatten wir alle ein bisschen Hoffnung, dass vielleicht doch noch so etwas wie ein Wunder geschehen würde. Sogar gemeinsame Aktionen wurden noch geplant. Jetzt erreichte uns die Nachricht, dass sie den Kampf gegen den Krebs verloren hat.

Gemeinsame Gruppenarbeit im Jahr 2017Doris war eine Künstlerin – durch und durch. Sie sprühte vor Ideen, die sie aber auch, im Gegensatz zu manch anderen, in die Tat umsetzte. Ein Highlight, das wir als Gruppe erleben durften, war ihre Ausstellung in der Hänigser Kunstspirale, in der sie ihre persönliche Entwicklung und ihre Werke präsentierte. Es hat uns beeindruckt, welche Talente in ihr steckten. Früh entdeckte sie ihre Liebe zum kreativen Schaffen – mit ihrer Ausbildung zur Schneiderin legte sie ein solides Fundament für den weiteren beruflichen Werdegang, der sie unter anderem zur Tätigkeit in einer Grafikagentur führte.

Doris hat unsere Blaukreuzgruppe mit ihren Ideen bereichert – so hat sie für uns eine Zeitlang Überraschungs- und Themenabende organisiert, die uns allen Spaß gemacht haben. Dabei ist auch unter anderem die nebenstehende Kollage entstanden, die wir später Tjard Jacobs als Dankeschön für seinen Einsatz beim Blauen Kreuz überreicht haben. Ebenso interessant war ihr Diavortrag über ihre Reise nach Pakistan, die sie in den 1970er Jahren zusammen mit einer Freundin unternommen hatte.

Doris hat sich eingebracht und sich besonders für ihre Mitmenschen eingesetzt – sie hat gesagt, was sie denkt, aber auch geschwiegen, wenn es angebracht war. Wir verlieren mit ihr eine Blaukreuzfreundin, die hilfsbereit, aktiv war und einen scharfen Intellekt hatte – sie erkannte, was hinter einer Fassade steht. In der Gruppe wird sie uns fehlen. Unser Mitgefühl gilt auch ihren Angehörigen.

Mach´s gut liebe Doris – wir behalten Dich in liebevoller Erinnerung.

Deine Blaukreuzgruppe Burgdorf


Starker Auftritt – Uli Borowka in HannoverMatthias Oppermann und Uli Borowka

Viele von uns wissen, wie schwer es ist, sich selbst die Sucht einzugestehen. Ist diese Hürde geschafft, stellt sich früher oder später die Frage, wie offen gehe ich mit meiner Sucht um. Es ist eine Gratwanderung, die nur die Betroffenen selbst für sich entscheiden können. Oft herrscht große Angst vor beruflichen Nachteilen oder Ansichtsverlust im persönlichen Bereich. Ob diese Angst berechtigt ist, sei dahingestellt, denn oft hat das Umfeld längst bemerkt, dass jemand ein Suchtproblem hat.

Was es heißt, sich als ehemaliger Profi-Fußballer zu seiner Alkoholsucht zu bekennen, haben wir von Uli Borowka aus erster Hand erfahren. Wenn wir schon in unserem eher überschaubaren Radius Probleme haben, uns zu outen, wie soll es dann jemanden ergehen, der im Fokus der Öffentlichkeit steht? Obendrein, wenn jemand über Jahre im Profifußball aktiv war – einer Sparte in der das Zeigen vermeintlicher »Schwäche« einem Offenbarungseid gleichkommt.

Uli Borowka zeigt wahre Stärke, indem er sich offen zu seiner Alkoholkrankheit bekennt. Mehr noch, er macht sich stark für Suchtprävention bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Viele seiner ehemaligen Sportkameraden und Kollegen sehen in ihm einen »Nestbeschmutzer«, weil er die Umgangsweisen im Profisport öffentlich kritisiert. Er nimmt dabei kein Blatt vor den Mund und spricht das aus, was sich manche nur hinter vorgehaltener Hand zu sagen trauen.

Mehr als eine Autorenlesung

So war die Lesung in Hannover, die aufgrund der zahlreichen Besucher in die Kreuzkirche verlegt wurde, weniger eine Vorstellung seines Buches »Volle Pulle«. Uli Borowka erzählte vielmehr ungeschönt von seinem Doppelleben als Profifußballer und Trinker, von den Abgründen des Suffs. Er berichtete über sehr persönliche Erfahrungen auf seinem Weg raus aus der Sucht, von der Therapie und den positiven Veränderungen in seinem Leben, nachdem er den Schritt in die Abstinenz gewagt hatte. Aber er sparte auch die Schattenseiten nicht aus, die Ausgrenzung und anfängliche Zweifel, ob es der richtige Weg ist.
Die Veranstaltung hatte, trotz der zahlreichen Zuhörer, ein wenig die Atmosphäre einer vertrauten Runde – ausdrücklich war es erwünscht, Fragen zu stellen bzw. Feedback zu geben.

»Wem erzähle ich von meiner Sucht?«

… diese Frage stellte sich anfangs auch Uli Borowka. Er hat sich entschieden, seine Geschichte öffentlich zu machen – mit aller Konsequenz. Von Anerkennung bis Verachtung reicht die Palette der Reaktionen. Mit seiner Authentizität macht er sich gewiss nicht nur Freunde, aber als Person des öffentlichen Lebens nutzt er seine Prominenz, um auf eines unserer größten gesellschaftlichen Probleme hinzuweisen. Er ist aktiv, setzt sich ein und macht Mut. Ein dickes Dankeschön für diesen Einsatz!
(Bericht: IAB; Foto: Matthias Oppermann und Uli Borowka)

Zum Weiterlesen, Hintergrund-Informationen:
Website von Uli Borowka

Literatur-Tipp nicht nur für Fußball-Fans:
Volle Pulle: Mein Doppelleben als Fußballprofi und Alkoholiker

Der Trinker Wenn Du einem geretteten Trinker begegnest,
dann begegnest Du einem Helden.
Es lauert in ihm schlafend der Todfeind,
er bleibt behaftet mit seiner Schwäche
und setzt nun seinen Weg fort durch die Welt der Trinkunsitten,
in einer Umgebung, die ihn nicht versteht,
in einer Gesellschaft, die sich berechtigt hält,
in jämmerlicher Unwissenheit auf ihn herabzuschauen
als auf einen Menschen zweiter Klasse,
weil er es wagt, gegen den Alkoholstrom zu schwimmen.
Du sollst wissen: er ist ein Mensch erster Klasse.

(Friedrich von Bodelschwingh, Theologe *1831 – †1910)

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In eigener Sache ... 

diejenigen, die uns bereits kennen, werden es gemerkt haben. Auf der Website unserer Gruppe hat sich vieles verändert – wir heißen Dich herzlich willkommen, die neuen Seiten zu entdecken. Wir hoffen, dass wir Dich freundschaftlich mit »Du« anreden dürfen. Das Thema Sucht ist eine sehr persönliche Angelegenheit, bei dem das Siezen zusätzliche Barrieren schaffen kann. In der Gruppe duzen wir uns, respektieren es aber, wenn jemand gesiezt werden möchte.

Wir haben uns viel vorgenommen!

Es wird vielleicht auffallen, dass wir nur wenige Fotos von unseren Teilnehmern veröffentlichen. Diejenigen, die zu sehen sind, haben der Veröffentlichung ausdrücklich zugestimmt. Wir möchten damit insbesondere die Diskretion wahren, die wir uns in unserer Runde auf die Fahnen geschrieben haben. Zudem halten wir die an die Vorgaben der DSGVO.

Unsere Seiten werden regelmäßig aktualisiert und erweitert – ein gelegentlicher Besuch ist also stets lohnenswert. Um den Lesefluss nicht unnötig kompliziert zu gestalten, versuchen wir, geschlechtsneutrale Bezeichnungen einzusetzen. Wo dies nicht möglich ist, verwenden wir die herkömmliche Formulierung – selbstverständlich sollen sich hier Frauen und Männer gleichermaßen angesprochen fühlen.

Eure Ilo

PS: Über Ideen, Anregungen und Tipps oder einfach Euer Feedback zur Website freuen wir uns sehr: E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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Angehörigen-Treff

seit März 2018 bieten wir für die Angehörigen zusätzlich ein separates Treffen an. Herzlich eingeladen sind hierzu insbesondere die Angehörigen von Suchtkranken (Partner, Kinder, Freunde, Kollegen etc.), die bereits unser Gruppentreffen am Freitag besuchen. Das Angehörigenreffen findet aus organisatorischen Gründen nicht in der Heinrichstraße, sondern einmal im Monat in Burgdorf-Südstadt statt (Teilnehmerzahl begrenzt). Wer Interesse hat, meldet sich bitte bei Alla (0176) 97 39 37 17
Achtung! Natürlich sind alle Angehörigen auch weiterhin freitags in der regulären Gruppenstunde willkommen!
Beim Angehörigen-Treff handelt es sich lediglich um ein Zusatzangebot!

Patentrezepte gibt es nicht, aber ...

Es tut so gut, sich in entspannter Atmosphäre mit Gleichgesinnten auszutauschen – ohne Angst haben zu müssen, dass etwas nach »draußen« getragen wird oder auf Unverständnis zu stoßen. Angehörige fallen auch heute noch im Bereich der Suchtkrankenhilfe durch den Rost. Während sich alles auf die Behandlung der Suchtkranken konzentriert, sind sie es, die oft auf der Strecke bleiben. Dabei bedürfen sie genauso der Hilfe wie die Betroffenen. 

... es ist nicht hoffnungslos!

Angehörige haben sehr wohl die Möglichkeit, sich helfen zu lassen. Oft hören wir "Er / sie hat das Suchtproblem – nicht ich. Was brauche ich da Hilfe ...?"  Doch so einfach ist es nicht, denn gerade Alkoholismus ist eine zerstörerische Familienkrankheit, die nicht nur den Betroffenen schadet, sondern das gesamte Umfeld vergiftet. Und Angehörige sind meist mehr in dieses Geschehen eingebunden als es ihnen lieb ist. »Der Alkoholkranke hat den Alkohol im Körper. Der Angehörige hat den Alkohol im Kopf – nämlich den, den der Alkoholkranke trinkt oder nicht trinkt.« – ein Satz, den man vielleicht mehr als einmal lesen muss – aber er trifft es auf den Punkt. Die Angehörigen sind keinesfalls außen vor, sondern mitten drin in der Abhängigkeit.

Wenn ich Veränderung will, dann muss ich bei mir selbst anfangen!

Einen anderen Menschen kann ich nicht ändern. Dies müssen wir akzeptieren. Aber ich kann mich, mein Verhalten und mein Handeln ändern und somit auf einen anderen Menschen Einfluss nehmen. Und nur, wenn es mir selbst gut geht, habe ich die Kraft und Möglichkeit, anderen zu helfen. Umso wichtiger ist es, für sich selbst zu sorgen, eine »Seelen-Tankstelle« zu finden, an der Verständnis entgegen gebracht wird und Kraft für den Alltag zu finden ist. Unser neuer Angehörigen-Treff soll ein solcher Ort sein. Bist Du dabei?  (ilo)

Fragen zum Thema? Schreib mir eine E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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